Ende der Fastenzeit

Fastenzeit

Am Aschermittwoch begann für viele die Fastenzeit. Einige machen dies aus religiöser Sicht, andere wiederum weil es gerade ‘en vogue’ ;) ist. Völlig unabhängig von der individuellen Motivation – in der Fastenzeit wird auf Dinge verzichtet, die im Alltag einen besonderen Stellenwert einnehmen, oder gar für selbstverständlich gehalten werden. Da wären vor allem die Genussmittel Kaffee, Fleisch, Süßigkeiten und Alkohol zu nennen. Doch inwiefern handelt es sich dabei eigentlich wirklich noch um sogenannte Genussmittel? Dieser Frage gingen Katy und ich in unseren Selbsterfahrungen, während der 40 tägigen Fastenzeit, nach.

Am Ostersonntag endete die Fastenzeit und unser erstes Fazit ist, damit endet nicht der Verzicht auf oben genannte ‘Genussmittel’, sondern wir genießen Dinge wieder, und zwar in vollen Zügen und bewusst.
Katy verzichtet nun schon seit über anderthalb Jahren auf Fleisch, von einst auf dem Land lebenden Tieren. Deshalb versuchte sie während der Fastenzeit auf die Genussmittel Zigaretten und Alkohol zu verzichten, und darüber hinaus auf die alltäglichen Portionen Süßigkeiten. Katy rauchte im Monat ca. 30 Gramm Zigarettentabak und trank am Wochenende, wenn sie zu Fußballspielen des VfL Bochums oder des BVB’s Dortmund ging, zwischen einem halben bis einem Liter Bier. Daher handelt es sich bei diesen beiden Produkten im Falle von Katy durchaus um Genussmittel. Bei den Süßigkeiten sah das jedoch ganz anders aus. Ihren Angaben zufolge, aß sie jeden Tag unzählige Süßigkeiten. Darunter versteht sie unter anderen den schokoladigen Brotaufstrich, Marmelade, Honig, Agavendicksaft, Tafeln weißer oder dunkler Schokolade und vor allem Lakritze. Sie liebt Lakritze, man könnte gar meinen sie sei abhängig davon :)
Ich verzichtete hingegen auf Kaffee, Süßigkeiten und Alkohol. Wobei ich persönlich selten Fleisch zu mir nehme, daher musste ich ja auch nicht wirklich auf etwas verzichten. Die größte Herausforderung war für mich ebenso der Verzicht auf Süßigkeiten. In der gesamten Fastenzeit stand mir mein Freund unterstützend zur Seite, was bedeutete, dass er auf Fleisch verzichtete. Für ihn war dies eine extreme Herausforderung, da er einen gesunden (Fleisch- ;))Appetit hat. Mich macht es sehr stolz, dass er diese Herausforderung von sich aus angenommen hat!
Interessant war übrigens, dass Katy und ich ganz unabhängig von einander gefastet und uns erst heute zufällig über unsere Erfahrungen ausgetauscht haben und uns aus diesem Grund für diesen Beitrag entschieden. Uns interessieren natürlich eure persönlichen Erlebnisse und Empfindungen.

Als allererstes lässt sich festhalten, dass wir rückblickend betrachtet, wirklich über einen Verzicht sprechen. Der Verzicht auf Süßigkeiten war eine harte Zeit. In den 40 Tagen, in denen wir fasteten, haben wir hormonelle Schwankungen (ihr wisst schon, die Erdebeerwoche ;)) erfahren, deren Auswirkungen wir oftmals mit Süßigkeiten kompensieren. Wer von uns Frauen kennt das Problem denn eigentlich nicht ;) Doch genau der Verzicht auf bestimmte Lebens(- oder Genuss-)mittel lässt uns unseren Körper erst mal wieder bewusst wahrnehmen, spüren. Aber nicht nur unseren eigenen Körper, auch unsere Umwelt und unser Verhalten. Dies bedeutet: Welche Lebensmittel kaufe ich mir (Obst, Gemüse, Fisch)? Wie bereite ich diese zu? Wie umgehe ich die Heißhungerattacken gegen 12 Uhr oder 16 Uhr?
In der Fastenzeit ist mir wieder einmal bewusst geworden, was für ein Gewohnheitsmensch ich bin. Schon seit Jahren faste ich von Aschermittwoch bis Ostersonntag, da meine Mama das traditionell so an mich weitergegeben hat, ohne dies von mir zu verlangen. Am ersten Tag bemerkte ich direkt den fehlenden Kaffee. Ich bekam sofort stechende Kopfschmerzen. Daraufhin habe ich Kaffee durch schwarzen Tee ersetzt, um diesem Effekt zu vermeiden. Süßigkeiten fehlten mir anfänglich nicht. Als jedoch nach wenigen Tagen das Bedürfnis nach Süßigkeiten aufkam, verblasste das Verlangen nach etwas Süßem, durch den intensiven Verzehr von grünem Tee.
Einen bewussten Verzicht erfuhr ich während des Urlaubs im März. Es ist mir sehr schwer gefallen auf Eis oder ein kühles Bier in der Sonne zu verzichten. So sollte es aber auch sein: ‘Spüre, dass es dir fehlt!’ Anders als die Fastenzeiten der Jahre zuvor, habe ich mir dieses Mal im Urlaub jedoch eins, zwei Ausnahmen genommen. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Eis viel besser und auch das Bier intensiver geschmeckt hat. Mein Freund aß in dieser Zeit sehr viel Fisch, Salat und Gemüse. Anstatt eines Döners gab es dann Falafel. Jetzt versucht er viel weniger Fleisch zu essen und wenn es doch mal ein Stück Fleisch sein soll, dann nur noch hochwertige Produkte vom Metzger seines Vertrauens oder direkt vom Bauernhof. Auch etwas, worüber wir vorher nicht so eindringlich nachgedacht haben. Oft liegt es am Zeitmangel, oder einfach an der Gewohnheit. Menschen sind Gewohnheitstiere, aber genau dazu dient die Fastenzeit, nämlich, sich sein Handeln genauer anzusehen und eindringlich über andere Möglichkeiten, die es ja zahlreich gibt, nachzudenken. Mittlerweile genießen wir, die Großstadtmenschen, den Weg zum Bauernhof :)
Im Großen und Ganzen habe ich diese Zeit mit Bedacht erlebt und meinen Körper viel stärker wahrgenommen. Auch Katy geht es dabei nicht anders. Ihr Verzicht auf Zigaretten und Alkohol fiel ihr keineswegs schwer, weil sie diese Dinge ja schon vorher als sogenannte Genussmittel konsumiert hat. Aber Süßigkeiten komplett aus dem Alltag zu verbannen, war für sie eine extreme Challenge. Die letzten 7 Tage hat sie dann gar nicht mehr auf Süßigkeiten verzichten können, weil ihre kleine Nichte zu Besuch war und sie sich dem Phänomen des ‘Futterneids’ ausgesetzt sah. Außerdem hatte sie sich zu ihrem 35. Geburtstag von Claudia ihre Lieblingstorte, die Möhrentorte, gewünscht, und davon ein ordentliches Stückchen verköstigt ;) Was ihr dabei aufgefallen ist, dass Süßes dann richtig süß schmeckt. In etwa so, als wenn man als Kristallzuckerliebhaber(in) plötzlich eine Überdosis Süßstoff zu sich nimmt ;) Jedoch wollen Katy und ich weiterhin unseren Süßigkeitenkonsum auf ein Minimum reduzieren.
Neben den geschmacklichen Erfahrungen und Wahrnehmungen, haben wir natürlich auch noch positive Erlebnisse aus dem Verzicht erfahren. Zum Einen haben wir beide an Gewicht verloren und zum Anderen hat sich unser Hautbild deutlich verbessert, da wir statt Süßigkeiten viel mehr Wasser und Tee getrunken haben. Das hat sich natürlich auch am Körper bemerkbar gemacht. Wir fühlten uns durchaus fitter und leichter; hatten mehr Energie und fühlen uns nicht mehr so träge. Zudem habe ich seit dem Verzicht auf Kaffee kein Sodbrennen mehr verspürt. Deswegen gehört Kaffee nunmehr nicht zu meinem Alltagsgetränk, sondern zu einem Genussmittel.

Ich lebe mein Leben wie es kommt, jedoch was meine Ess- und Trinkgewohnheiten betrifft, viel bewusster und das ist ein wunderbares Ergebnis der 40 tägigen Fastenzeit, die ich und mein Freund anschließend mit dem Essen am Ostersonntag bei meiner Familie genüsslich beendeten.

 

Essen am Ostersonntag

Festessen zu Ostersonntag

 

Nun seid ihr dran uns eure Erfahrungen zu berichten, wir freuen uns schon sehr!

Eure Jess

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